Prävention von Kinderpornografiekonsum im Dunkelfeld
Die Sexualpräferenz eines Menschen entwickelt sich bis zu dessen Pubertät und bleibt als Bestandteil seiner Persönlichkeit von da an unveränderlich bestehen. Welche Inhalte von einem erwachsenen Menschen als sexuell ansprechend empfunden werden, ist daher von ihm nicht frei gewählt, sondern sein Schicksal.
Doch auch wenn die sexuellen Wünsche eines Menschen nicht verändert werden können, kann auf die Ebenen des sexuellen Verhaltens und des sexuellen Selbstkonzepts Einfluss genommen werden. Aus diesem Grund können Fantasie, Verhalten und Selbstkonzept voneinander abweichen.
Ein Beispiel hierfür wäre ein Mann, der sich sexuell von erwachsenen Männern angesprochen fühlt, was Ausdruck in seinen Sexualfantasien findet. Im Unterschied zu seinen Fantasien geht er in seinem sexuellen Verhalten nur sexuelle Kontakte mit Frauen ein. Das dazugehörige Selbstkonzept könnte sein: "Ich bin bisexuell".
Im Laufe seiner persönlichen Entwicklung würde eine zunehmende Akzeptanz seiner sexuellen Fantasien und Bedürfnisse dazu führen, dass er auch sexuelle Kontakte zu Männern aufnimmt. Sollte er diese im Einklang mit seinen Fantasien als sexuell befriedigender erleben, würde er ggf. seine sexuellen Kontakte zu Frauen einstellen und sich nach einiger Zeit als "schwul" "outen". Sein Selbstkonzept wäre nun ein anderes.
Während also die Inhalte der sexuellen Präferenz in der Fantasie immer unverändert bleiben, kann deren Umsetzung ins konkrete Verhalten von einem Menschen selbst unterbunden oder therapeutisch beeinflusst werden. Dieser Zusammenhang ist für die Therapie pädophiler oder hebephiler Männer von zentraler Bedeutung.